2015 - MÄRZ-APRIL

Willkommen zum EBU-Newsletter.

Der EBU-Newsletter erscheint im Zweimonatsturnus auf Englisch, Französisch, Detsch und Spanisch. Er wird dank finanzieller Unterstützung der GD Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit der Europäischen Kommission produziert und übersetzt. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Kommentare und Anregungen sind jederzeit willkommen.

EU update

Steht ein Autounfall kurz bevor?

Hatten Sie mal einen Beinaheunfall mit einem Elektro- oder sogenannten “Hybrid” (Teils mit elektrischem, teils internem Verbrennungsmotor ausgestattet) Auto? Ich schon! Das lautlose Fahrzeug hätte mich beinahe beim Überqueren einer Straße erwischt! Ich habe es einfach nicht kommen hören.
Die Anzahl derartiger Autos nimmt jährlich zu, da Fahrer auf potenziell grüne, leisere Transportmittel umsteigen.
Die EBU und die Weltblindenunion (WBU) sind überhaupt nicht gegen“Elektroautos”. Sie könnten weniger verschmutzte, “grünere” Straßen bedeuten. Erfahrungen aus erster Hand und Untersuchungen zeigen uns jedoch, das Elektroautos ohne geeignete Warnklänge eine stille Bedrohung für Fußgänger und insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen sein können.

Schnappschuss

Spende des EBU-Fonds für Entwicklungsländer sinnvoll Eingesetzt.

Nach einer Spende über $10.000 aus dem Fonds für Entwicklungsländer der Europäischen Blindenunion, konnte der CAB (Christliche Blindenverband) in Liberia seine Ebola-Nothilfe blinden und sehbehinderten Menschen an der Ganta Blindenschule bereitstellen. Die Schule befindet sich im Norden Liberias, nahe Guinea.

Aus den Ländern

Frankreich –Wahrnehmung von Blindheit und Sehbehinderung.

Am 11. Februar 2015 feierten wir in Frankreich den zehnten Jahrestag unseres Behindertengesetzes aus dem Jahr 2005. Der Französische Blindenverband nahm an einer Demonstration vor der Nationalversammlung teil und führte eine Umfrage darüber durch, wie die Franzosen zu Sehbehinderung sowie blinden und sehbehinderten Menschen stehen.

Österreich – Zugang zu Museen für blinde und sehbehinderte Menschen durch 3D-Technik – das AMBAVis-Projekt

Blinde und Sehbehinderte waren von vielen Dienstleistungen ausgeschlossen, die traditionelle Museen anbieten, worunter insbesondere die Rolle von Museen als Plattform für informelles Lernen fällt.
Daher werden nun im Rahmen des EU-finanzierten ERASMUS+ Projekts AMBAVis bestehende innovative technische Lösungen untersucht, um herauszufinden wie sie verbessert werden können und zukünftig günstigere taktile Modelle für Museen zu schaffen.

Portugal - ACAPO trägt zu inklusiver Bildung in Guinea-Bissau bei

ACAPO, der Portugiesische Blinden- und Sehbehindertenverband, hat im März dieses Jahres ein neues Projekt zur Entwicklungszusammenarbeit in Guinea-Bissau gestartet, das wir in Zusammenarbeit mit AGRICE, dem Verband für Rehabilitation und Integration blinder Menschen in Guinea durchführen.

Schweden – Neues Antidiskriminierungsgesetz und Hörzeitungen.

Seit 1. Januar 2015 ist der Mangel an Barrierefreiheit als Diskriminierungsform Bestandteil des nationalen Antidiskriminierungsgesetzes. Das neue Gesetz ergänzt die vorhandenen Richtlinien des Planungs- und Baugesetzes, des Bildungsgesetzes sowie einiger bestehender EU-Richtlinien.

Veröffentlichungen

Noch ein EBU-Mitglied bei Facebook!

Der Polnische Blindenverband (PZN) hat seine Seite bei Facebook online gestellt. Sie richtet sich an alle blinden und sehbehinderten Polen in Europa.

Blinder Dichter mit israelischem Literaturpreis 2015 ausgezeichnet

Der 1942 in
Algerien geborene Erez Bitton ist ein israelischer Dichter mit marokkanischen
Wurzeln. Neben vielen weiteren literarischen Auszeichnungen, die er in der
Vergangenheit bereits erhalten hatte, wurde er nun auch mit dem israelischen
Preis für hebräische Literatur und Lyrik 2015 ausgezeichnet.

Special

Erfolgte und erforderliche Maßnahmen der EBU und ihrer Mitglieder für volle Barrierefreiheit von LiftenBarrierefrei nutzbare Lifte

Der Einbau von Liften ist als eine der wesentlichen Maßnahmen bekannt, um Gebäude für alle unabhängig von individuellen Fähigkeiten und Vorlieben zugänglich zu machen. Es ist für die meisten Menschen offensichtlich und daher auch allgemein anerkannt, dass z.B. eine Mindesttürbreite und genug Platz in der Liftkabine ausschlaggebend sind, um Personen im Rollstuhl, mit Gehhilfen, mit Kinderwagen, die schwere Lasten tragen etc. das Betreten und das selbständige Nutzen eines Liftes zu ermöglichen. Wenn es allerdings darum geht, wie wichtig die Nutzbarkeit von Bedienelementen genauso wie Beschriftung und Orientierungsmöglichkeiten bei Liften ist und welchen Einfluss sie auf die Nutzbarkeit des gesamten Lifts hat, fehlt hingegen das Bewusstsein.
Die EBU beschäftigt sich mit dieser Problemstellung derzeit im Zusammenhang mit Normung einerseits und Gesetzgebung/Umsetzung andererseits.